Storylo · A real story · Deutsch

Katharine-Gun-When-Conscience-Collides-With-the-Law (Deutsch)

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Teil 1. Catherine Gunn, Wenn Gewissen und das Gesetz aufeinanderprallen Geschichte wird selten im Moment geschrieben. Sie wird Jahre später geschrieben, wenn die Emotionen verblasst sind, wenn Beweise aufgetaucht sind und wenn zukünftige Generationen beginnen, Fragen zu stellen, die damals nur wenige zu stellen wagten. Dies ist keine Geschichte, die dir sagt, was du denken sollst. Es ist eine Geschichte, die dich bittet, innezuhalten und einen Moment in der modernen britischen Geschichte zu betrachten, einen Moment, in dem eine junge Beamtin zwischen dem Gesetz, dem sie versprochen hatte zu gehorchen, und dem Gewissen, das sie nicht ignorieren konnte, gefangen war. Diese Dokumentation bietet kein Urteil. Stattdessen stellt sie eine Frage, die durch Gerichtssäle, Parlamente, Nachrichtenredaktionen und stille, private Leben widerhallt, wenn Gewissen und Gesetz in unterschiedliche Richtungen zeigen. Welchem sollte man folgen? Anfang 2003 stand Großbritannien am Rande des Krieges. Die Vereinigten Staaten bereiteten sich auf militärische Maßnahmen gegen den Irak vor. Die britische Regierung hatte beschlossen, diesen Kurs zu unterstützen. In Westminster war die Sprache vorsichtig. Bedrohungsbewertungen. Resolutionen der Vereinten Nationen. Diplomatischer Druck. Nationale Sicherheit. Doch hinter den geschützten Türen von Whitehall war die Stimmung in der Öffentlichkeit alles andere als ruhig. In ganz Großbritannien marschierten Millionen von Menschen gegen die bevorstehende Invasion. Familien, Studenten, Veteranen, religiöse Führer, Gewerkschafter, Anwälte und einfache Bürger füllten die Straßen. Einige glaubten, der Krieg sei notwendig, um Saddam Husseins Regime gegenüberzutreten. Andere glaubten, der Fall sei nicht ausreichend belegt. Sie bezweifelten die Beweise. Sie bezweifelten die Rechtmäßigkeit. Sie hinterfragten, ob eine Entscheidung von solch schwerwiegender Tragweite bereits getroffen worden war, bevor die Öffentlichkeit wirklich zu Wort gekommen war. Das Land war gespalten, nicht nur politisch, sondern auch moralisch. Innerhalb von GCHQ, dem britischen Hauptquartier für Signalaufklärung, arbeitete eine junge Übersetzerin namens Catherine Gunn. Sie war keine Ministerin, keine gewählte Amtsträgerin, keine Kampagnenführerin, die vor den Kameras stand. Sie war eine Beamtin, ruhig, professionell, sprachgewandt in Mandarin, und wurde mit sensiblen Informationen betraut. Ihre Arbeit gehörte zu den verborgenen Maschinen des Staates, Orten, die die meisten Bürger nie zu Gesicht bekommen, Fluren, die die meisten Menschen nie betreten, Räumen, in denen Informationen gelesen, bewertet, übersetzt und in die Architektur der Regierung weitergeleitet werden. Dann las sie eines Tages ein Memo, das den Kurs ihres Lebens änderte. Das Dokument schien einen Versuch der amerikanischen Geheimdienste zu beschreiben, Informationen über Mitglieder des UN-Sicherheitsrats zu sammeln. Der Kontext war drängend. Eine mögliche zweite Resolution der Vereinten Nationen zum Irak, ein diplomatischer Kampf um Stimmen, eine Welt, die auf den Sicherheitsrat schaute, um zu sehen, ob der Krieg weitere internationale Zustimmung erhielt. Für Catherine Gunn war das Memo mit tiefgreifenden ethischen Fragen verbunden. Wenn das Dokument das bedeutete, was sie glaubte, dann fühlte sich Schweigen nicht neutral an. Schweigen fühlte sich wie Mitverantwortung an. Später sagte sie, sie glaube, dass das Schweigen sie mitschuldig an etwas gemacht hätte, das sie für falsch hielt. Dieser Glaube löschte das Gesetz nicht aus. Er löschte den Eid auf Geheimhaltung nicht aus. Er löschte die Konsequenzen nicht aus. Sie wusste, dass das Gesetz über die amtlichen Geheimnisse aus einem bestimmten Grund existierte. Sie wusste, dass das Leaken von vertraulichen Informationen kein kleiner Akt war. Sie wusste, dass der Staat die Offenlegung von Geheimnissen nicht leichtfertig behandelt. Und dennoch traf sie ihre Entscheidung. Sie leakte das Memo. Nicht mit einer Rede. Nicht von einer Plattfo

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